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Ulla Schmidt: Mehr Sicherheit für Kinder und Jugendliche bei der Anwendung von Arzneimitteln

Für die Behandlung vieler Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen muss immer noch auf Arzneimittel zurückgegriffen werden, die nicht für die Behandlung dieser Altersgruppen allgemein oder für den jeweiligen Behandlungszweck ausdrücklich zugelassen sind. Dem Arzt bleibt in diesen Fällen nichts anderes übrig, als im Rahmen seiner Therapiefreiheit auf für andere Anwendungszwecke zugelassene oder auch auf bisher in Deutschland noch nicht zugelassene Arzneimittel zurückzugreifen. Insofern entscheidet der Arzt über die Dosierung solcher Arzneimittel in eigener Verantwortung.

Kinder so zu behandeln, als ob es kleine Erwachsene wären und entsprechend die Dosis zu vermindern, entspricht nicht dem Kenntnisstand der Medizin. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hat daher beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ein Expertengremium eingerichtet.

Dazu Ulla Schmidt: "Kinder haben einen Anspruch auf sichere Arzneimittel nach dem Stand des Wissens. Deshalb müssen die vorhandenen Kenntnisse bewertet und schnell den Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung gestellt werden. Mit diesem Expertengremium wird die Sicherheit bei der Arzneimitteltherapie für Kinder und Jugendliche entscheidend verbessert."

Aufgabe des Expertengremiums ist es daher, die vorhandenen Kenntnisse über die Anwendung bekannter Arzneimittel bei Kindern zusammenzuführen und die Rahmenbedingungen für die Erprobung neuer Arzneimittel im Rahmen klinischer Studien zu verbessern. Damit Arzneimittel für Kinder und Jugendliche behördlich zugelassen werden können, muss nachgewiesen werden, dass sie nach dem Stand des medizinischen Wissens wirksam und sicher sind. Ärzte und Patienten müssen über diese Aspekte umfassend informiert werden.

Dem Gremium gehören Kinderärzte, Kinder- und Jugendpsychiater, klinische Pharmakologen und Pharmazeuten sowie Vertreterinnen und Vertreter von Eltern an. Die in der Kinder- und Jugendmedizin und in der Planung, Erarbeitung und Bewertung von Forschungsergebnissen zu Arzneimittelanwendungen bei Kindern und Jugendlichen erfahrenen Expertinnen und Experten des neuen Gremiums werden von den medizinischen Fachgesellschaften benannt und beginnen ihre Beratungsfunktion im April 2002. Die Arbeitsergebnisse in Form von fachlichen Empfehlungen sollen die Behörden unterstützen - insbesondere BfArM und Paul-Ehrlich-Institut, aber auch die europäische Arzneimittelzulassungsbehörde (emea). Ziel ist es den therapeutischen Nutzen und medizinische Anwendungsrisiken umfassender zu bewerten, damit die Kinder und Jugendlichen eine möglichst optimale Behandlung bekommen.

MEDICA.de; Quelle: Bundesministerium für Gesundheit

 
 
 

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